Ein Website-Redesign verändert den Auftritt eines Unternehmens. Gleichzeitig können Texte, Bilder und Funktionen bereits gut funktionieren. Eine saubere Vorbereitung hilft, diesen Bestand zu erhalten und gezielt die Teile zu verbessern, die Besuchern heute Schwierigkeiten machen.
Diese Checkliste richtet sich an kleine Unternehmen, die ihre Website modernisieren möchten. Sie können damit ein Erstgespräch vorbereiten, Anforderungen festhalten und die fertige Website vor der Online-Stellung prüfen.
1. Ziele und aktuelle Probleme festhalten
Beschreiben Sie zunächst, was konkret besser werden soll. „Die Seite ist alt“ ist ein Anfang. Hilfreicher sind beobachtbare Probleme: Die Leistungen sind am Smartphone schwer lesbar, die Öffnungszeiten stimmen nicht oder Besucher finden das Anfrageformular nicht.
Notieren Sie das wichtigste Ziel, etwa eine verständlichere Leistungsdarstellung oder einen einfacheren Kontaktweg. Wenn vorhandene Auswertungen zeigen, welche Seiten besucht werden oder welche Anfragen entstehen, sollten diese Informationen in die Planung einfließen. Fehlende Messdaten werden durch eine sorgfältige Prüfung ergänzt und nicht durch erfundene Zahlen ersetzt.
2. Bestehende Seiten und Inhalte erfassen
Erstellen Sie eine Liste der aktuellen URLs. Dazu gehören Startseite, Leistungen, Referenzen, Kontakt und relevante Informationsseiten. Notieren Sie zu jeder Seite, ob der Inhalt erhalten, überarbeitet oder zusammengeführt werden soll.
Besonders wichtig sind Seiten, die bereits passende Besucher oder Anfragen bringen. Prüfen Sie auch Bilder, PDFs, Downloads und externe Links. Für Fotos und Texte muss klar sein, ob sie weiter verwendet werden dürfen. Ein vorhandener Text braucht häufig eine bessere Struktur statt eine vollständige Neuerfindung.
3. URLs und Weiterleitungen planen
Eine neue Gestaltung erfordert nicht automatisch neue Adressen. Wenn eine bestehende URL weiterhin zu ihrem Inhalt passt, kann sie erhalten bleiben. Muss eine Adresse geändert werden, sollte sie direkt auf die passende neue Seite weiterleiten.
Alle alten Leistungsseiten pauschal auf die Startseite umzuleiten, hilft Besuchern bei der Orientierung meist wenig. Ordnen Sie alte und neue Adressen deshalb einzeln zu. Aktualisieren Sie anschließend die internen Links, damit Besucher direkt am richtigen Ziel ankommen.
Google beschreibt in seinem Leitfaden für einen Website-Umzug mit URL-Änderungen die Vorbereitung und Prüfung solcher Änderungen. Die konkrete Umsetzung hängt von der vorhandenen Website und dem Hosting ab.
4. Die wichtigsten Kundenfragen zuerst beantworten
Die neue Struktur sollte schnell zeigen, was Ihr Unternehmen anbietet, für wen es passt und wie man Kontakt aufnimmt. Leistungen benötigen verständliche Überschriften und genügend Informationen für eine Entscheidung.
Prüfen Sie typische Fragen aus Ihrem Alltag. Muss ein Kunde vor einer Anfrage Maße nennen? Gibt es ein bestimmtes Einzugsgebiet? Ist eine Reservierung nur eine Anfrage oder schon bestätigt? Diese Informationen machen den Auftritt hilfreicher. Dekorative Elemente sollten die Orientierung unterstützen.
5. Mobile Nutzung und Barrieren prüfen
Testen Sie die Website auf einem tatsächlichen Smartphone. Öffnen Sie das Menü, lesen Sie eine Leistungsseite und versuchen Sie den vorgesehenen Kontaktweg. Achten Sie auf zu kleine Schrift, horizontales Scrollen und Bedienelemente, die sich schwer treffen lassen.
Zur Prüfung gehören außerdem Tastaturbedienung, sichtbare Fokuszustände, verständliche Linktexte und ausreichender Kontrast. Bilder sollten sinnvolle Alternativtexte haben, wenn sie Informationen vermitteln. Bewegung darf die Lesbarkeit nicht erschweren und sollte reduzierte Bewegungseinstellungen berücksichtigen.
6. Technik und Auffindbarkeit vor dem Launch prüfen
- Jede wichtige Seite hat einen passenden Titel und eine verständliche Hauptüberschrift.
- Beschreibung, interne Links und Inhalte passen zum tatsächlichen Angebot.
- Bilder sind sinnvoll dimensioniert und die Website lädt ohne unnötige Abhängigkeiten.
- Formulare und Buchungswege funktionieren einschließlich Fehlermeldungen und Bestätigung.
- Impressum und Datenschutz sind erreichbar und entsprechen der tatsächlichen Nutzung.
- Eine Testumgebung ist von der Indexierung ausgenommen; die fertige Website ist für die gewünschte Indexierung freigegeben.
- Canonical-Adressen und Sitemap zeigen auf die richtige öffentliche Domain.
Testen Sie nicht nur die Startseite. Eine fehlerhafte Leistungsseite oder ein defekter Kontaktweg kann den eigentlichen Zweck der Website beeinträchtigen.
7. Nach dem Relaunch erneut kontrollieren
Rufen Sie alte URLs auf und prüfen Sie die Weiterleitungen. Testen Sie die wichtigsten Kontaktwege auf Desktop und Smartphone. Kontrollieren Sie in der Google Search Console, ob Google die neuen Seiten abrufen kann und ob unerwartete Indexierungsprobleme auftreten.
Vergleichen Sie Entwicklungen über einen ausreichenden Zeitraum und berücksichtigen Sie saisonale Unterschiede. Einzelne Tage nach einer Umstellung sind keine belastbare Grundlage für ein Urteil. Dokumentieren Sie Änderungen, damit spätere Auffälligkeiten nachvollziehbar bleiben.
Eine kompakte Vorlage für Ihr Erstgespräch
Bereiten Sie die aktuelle Website-Adresse, Ihre wichtigsten Probleme, gewünschte Funktionen und vorhandene Inhalte vor. Nennen Sie auch, wer im Unternehmen Rückmeldungen bündelt und welche Termin- oder Budgetvorgaben bestehen.
WebViertel prüft bei einem Website-Redesign, ob eine gezielte Überarbeitung ausreicht oder ein technischer Neubau sinnvoll ist. Das Vorgehen bleibt nachvollziehbar: Analyse, Konzept, Design und Umsetzung sowie Launch und Übergabe. Hinweise zum Vergleich von Website-Angeboten helfen zusätzlich bei der Planung.